Deutscher Industrie- und Handelskammertag legt 11 Punkte-Papier vor

In der Diskussion, wie Flüchtlinge besser in den Arbeitsmarkt integriert werden können, hat der Deutsche Industrie – und Handelskammertag ein 11 Punkte-Programm vorgelegt, in dem sowohl Kritik als auch Vorschläge an den derzeitigen politischen Regelungen enthalten sind. In dem 8-seitigen Papier, über das am 27. Januar die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtete, werden die wichtigsten Probleme bei der Arbeitsintegration genannt, die nach einer Umfrage in Betrieben und Kammern als erkannt wurden. Unter anderem geht es um folgende Hindernisse:

  • Die Länge der Asylverfahren stellt das Haupthindernis für Ausbildung und Beschäftigung dar
  • Die Wartezeiten für Sprachkurse erschweren einen erfolgreichen Einstieg für die Migranten und auch  für Betriebe
  • Die „Ausbildungsduldung“ wird in Bundesländern und Kommunen sehr unterschiedlich gehandhabt, wodurch den Ausbildungsbetrieben die Planungssicherheit genommen wird
  • Es fehlt ein bundesweit einheitlicher Verwaltungsvollzug in allen Bereichen der Integrationspolitik
  • Die mit Strafandrohung versehene Meldepflicht für Betriebe darüber, ob ein Flüchtling seine Lehre antritt, ist ein Hindernis und soll auf die Sozialversicherungsträger übertragen werden
  • Der Abschluss von Ausbildungverträgen braucht mindestens 6 Monate Vorlauf, was nicht möglich ist bei unklaren Aufenthaltsverhältnissen
  • Junge Migranten brauchen dauerhafte, klar defininierte Ansprechpartner statt einer Vielzahl von Programmen
  • Der Abschiebeschutz solle sich auch auf die Einstiegsqualifizierung vor der Aufnahme einer Lehre gelten
  • Die Wohnsitzauflage führe in manchen Branchen zu Problemen, da Auszubildende mobil sein müssten
  • Der Umzugszwang in eine Gruppenunterkunft mit der Volljährigkeit eines Flüchtlings kann die Ausbildung beeinträchtigen
  • Die Wartezeiten bis zur Erteilung einer Beschäftigungserlaubnis durch die Bundesagentur für Arbeit sind zu lang

Insgesamt verläuft die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt bisher eher schleppend. Neben den genannten Gründen spielt die Bereitschaft und das Interesse der Flüchtlinge selbst die Hauptrolle, da viele sich unsicher sind, ob sie in Deutschland bleiben wollen und sich in der Folge auch nicht der Herausforderung des Spracherwerbs stellen.

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