Asylbewerber/innen erhalten Duldungsstatus, wenn sie eine Ausbildung machen

Asylbewerber, die in Deutschland eine qualifizierte Berufsausbildung finden, werden während der gesamten Dauer geduldet. Weder sie noch die Betriebe müssen also eine Abschiebung während dieser Zeit fürchten. Außerdem gilt der Status der Duldung noch bis zu einem halben Jahr nach der Ausbildung weiter, um dem Absolventen die Möglichkeit zu geben, in Deutschland einen Job zu finden.
Diese Regelung gehört zu den Kernpunkten des Integrationsgesetzes der Bundesregierung, das im Mai 2016 verabaschiedet wurde.
In den ersten drei Monaten in Deutschland können Flüchtlinge mit einer Duldung eine Arbeitserlaubnis nur für die Arten von Arbeit erhalten, bei denen die Bundesagentur für Arbeit der Erteilung der Arbeitserlaubnis nicht zustimmen muss (§ 32 Abs. 2 BeschV). Das sind vor allem folgende Tätigkeiten:

  • eine Berufsausbildung in einem staatlich anerkannten oder vergleichbar geregelten Ausbildungsberuf, was nicht nur für mindestens zweijährige Berufsausbildungen, sondern auch für Ausbildungen mit kürzerer Regelausbildungsdauer, z. B. als Altenpfleger/in gilt
  • Ein Praktikum, das – zur Orientierung für eine Ausbildung oder ein Studium gemacht (maximal 3 Monate) wird – bei einem Studium oder einer Ausbildung gemacht werden muss oder – freiwillig begleitend zu einem Studium oder einer Ausbildung gemacht (maximal 3 Monate)
  • ein Praktikum, das im Rahmen eines von der EU geförderten Programmes stattfindet
  • eine Einstiegsqualifizierung (§ 54a SGB III) oder ein Praktikum im Rahmen einer Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (§ 51 SGB III)
  • die Teilnahme an einem Freiwilligen Sozialen Jahr oder dem Bundesfreiwilligendienst oder anderen gesetzlich geregelten Freiwilligendiensten
  • die Arbeit bei Ehepartnern oder engen Verwandten wie Eltern oder Kindern, wenn man zusammen wohnt
  • die Arbeit als sog. Hochqualifizierter, z.B. als Wissenschaftler mit besonderen Fachkenntnissen.
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